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O du fröhliche Vorweihnachtszeit

Die Jahreszeit des Jammerns über die Armutsgrenze neigt sich zu Ende .Der Ansturm auf die Supermärkte hat begonnen. Früher stand die Vorweihnachtszeit für Einkehr und Stille. Heute rüsten nur noch die Kaufhäuser in ihrer weihnachtlichen Barmherzigkeit für die Einkehr und die Kunden lassen sich mit Halleluja-Rufe aus den Lautsprechern zum Kauf verführen. Erinnern wir uns
an den Abend vom 8.Dezember 2008 als die Medien (ORF Internet )folgendes berichten.;

Einkaufen am Feiertag: Kundenansturm

Der Einkaufs-Feiertag am 8. Dezember brachte einen Kundenansturm. So kamen rund 40.000 Kunden in den Europark in Salzburg-Taxham - schon eine Stunde vor Geschäftsöffnung waren 4.000 da. Und aus Tirol kommt die Meldung am 8. Dezember 17:33 Keine Zurückhaltung bei Weihnachtseinkäufen.

Wie in vergangenen Jahren so auch 2008 mutierte der 8. Dezember zum Tag des Einkaufsrausches, damit die Profitgier der großen Einkaufszentren gestillt werden konnte. Aufgehetzt durch die Medien (alle Geschäfte sind schon bummvoll) eilte jeder der sich noch irgendwie auf den Beinen halten konnte zum nächsten EKZ. 40 000 Besucher zählte der Europark in Salzburg und 10 Millionen Euro wurden ausgegeben. Man darf gespannt sein wann der erster Erlagschein ins Haus flatert um jene zu unterstützen, die in der Vorweihnachtszeit unter die Armutsgrenze geraten sind.

Sollten wir nicht fragen, ob wir uns nicht der Heuchelei schuldig machen wenn wir Weihnachten als Fest des Friedens und der Besinnung bezeichnen, in Wirklichkeit aber einen Zustand schaffen der mit der Hölle einen Vergleich nicht fürchten braucht? Gleiches gilt, wenn sich Leute vor Weihnachten auf den Kundenparkplätzen der Supermärkte gegenseitig die Schädel einschlagen. Sollten wir uns nicht fragen, ob Weihnachten im Oktober oder im Dezember gefeiert wird? Weihnachtsschmuck wurde schon im Oktober und Christbäume werden schon im November angeboten. Die Weihnachtsdekoration erstrahlt schon Anfang November und die als Weihnachtsmänner verkleideten Einkaufsrambos stehen ebenfalls schon im November vor den Einkaufszentren. Die frühe Weihnachtsstimmung nervt nicht nur, sie stumpft auch ab und verstellt den Blick auf den wahren Sinn des Weihnachtsfestes.
Wenn Brauchtum und Beschaulichkeit durch Kommerz ersetzt werden, so ist das nicht nur ärgerlich. Weihnachten ist nicht nur ein religiöses Fest, es bestimmt auch unser kulturelles Leben in den dunklen Wintertagen und das sollten wir unseren Nachkommen auch bewahren. Überlassen es wir anderen zu singen "Alle Jahre wieder, kommt das Umsatzplus" .

Autor: Franz Hofmann (111)