Salzburg wird rasch älter

(LK) Salzburg wird älter – so, wie das restliche Österreich, Europa und de facto alle entwickelten Länder – als Folge sinkender Geburtenzahlen und der steigenden Lebenserwartung. Über die Trends, die Ursachen und die Konsequenzen der Alterung im Allgemeinen und konkret für die Kinderbetreuung und für das Gesundheitswesen gibt der Bericht des Landesstatistischen Dienstes über die demographische Entwicklung Auskunft. "Der vorliegende Bericht soll für die Alterungsthematik sensibilisieren und das Problembewusstsein schärfen", sagte heute, Donnerstag, 4. Mai, Gesundheitsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller.

Als Szenario für die kommenden 30 Jahre kann davon ausgegangen werden, dass bis dahin

• sich die Zahl der über 65-Jährigen verdoppeln wird,
• nur mehr zwei Erwerbsfähige einem über 65-Jährigen gegenüberstehen werden (derzeit sind es vier),
• nur mehr drei Salzburger/innen (derzeit sind es sieben) im Alter von 45 bis 65 Jahren für eine(n) über 80-Jährige(n) da sein werden, um sich gegebenenfalls um den alten Menschen zu kümmern, wenn er der Hilfe und Pflege bedarf,
• mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen älter als 45 Jahre sein werden (derzeit sind es 30 Prozent).

Das mache deutlich, welche Aufgaben auf uns zukommen werden. Es gilt daher, rechtzeitig gegenzusteuern.

In den kommenden rund 15 Jahren wird Salzburgs Bevölkerung noch um zirka fünf Prozent wachsen, in den darauf folgenden 20 Jahren dann nur mehr um zirka zwei Prozent, sodass in rund 35 Jahren, also im Jahr 2040, der Einwohnerstand Salzburgs rund 565.000 betragen wird, das sind um sieben Prozent mehr als heute. Ab dann wird Salzburgs Einwohnerzahl voraussichtlich schrumpfen. Dabei wird die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der Personen im Haupterwerbsalter von Jahr zu Jahr kleiner werden, während die Zahl der alten und sehr alten Menschen gewaltig zunehmen wird. Bei den unter 20-Jährigen ist in den kommenden 25 Jahren von einem Rückgang um zwölf Prozent und bis zum Jahr 2055 um 17 Prozent auszugehen; bei den 20- bis unter 65-Jährigen ist – nach einem leichten Anstieg um drei Prozent bis zum Jahr 2018 – bis zum Jahr 2031, somit in 25 Jahren, ein Rückgang um drei Prozent und bis 2055 um zehn Prozent zu erwarten. Die Zahl der über 65-Jährigen wird sich in den kommenden rund 30 Jahren jedoch verdoppeln und wird bis zum Jahr 2055, somit in rund 50 Jahren, auf zirka 161.000 (+ 106 Prozent gegenüber 2006) anwachsen.

Noch dramatischer wird die Entwicklung bei den sehr alten Menschen, bei den über 85-Jährigen, verlaufen. Deren Zahl wird sich bereits in den kommenden 20 Jahren verdoppeln, in den kommenden 30 bis 35 Jahren verdreifachen und bis zum Jahr 2055 fast verfünffachen.

Damit verschiebt sich das zahlenmäßige Verhältnis der Generationen zueinander erheblich. Während derzeit vier Erwerbsfähige (20- bis unter 65-Jährige) auf einen über 65-Jährigen entfallen, werden in 30 Jahren nur mehr zwei Menschen im Haupterwerbsalter einem über 65-Jährigen gegenüberstehen. Auch das Verhältnis der 45- bis unter 65-Jährigen zu den über 80-Jährigen – diese Relation ist wichtig für das familiäre Pflege- und Betreuungspotenzial – wird sich von derzeit 7:1 auf 3:1 in 30 Jahren und 2:1 bis zum Jahr 2055 verschlechtern.

Quelltext: Landeskorrespondenz (134)