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Der Teufel Alkohol

gemütlich oder gefährlich?



Alkoholismus im Alter wird oft übersehen oder gar verharmlost

Alkoholsucht bei Senioren - ein Thema, das in der Gesellschaft nur selten zur Sprache kommt. Doch die Zahlen sind erschreckend: Knapp fünf Prozent aller über 60-Jährigen sind alkoholkrank. Ein Drittel aller Alkoholiker erkrankt nach Angaben von Experten sogar erst nach dem 65. Lebensjahr. Risikoreich für Ältere ist vor allem die Kombination von chronisch hohem Alkoholkonsum und Medikamenten.

]Für eine Suchterkrankung im Alter gibt es viele Gründe. Das kann der Verlust des Partners sein oder die Auflösung sozialer Bindungen mit der Pensionierung. Oft beginnt die Sucht nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Plötzlich fällt der geregelte Tagesablauf weg und damit sinkt die Hemmschwelle, zum Glas oder zur Flasche zu greifen.

Mix mit Medikamenten

Menschen über 65 konsumieren zwar weniger Alkohol als die trinkfreudigen 40- und 50-Jährigen, aber immer noch deutlich mehr als 18- bis 35-Jährige. Dabei vertragen ältere Menschen weniger Alkohol, weil die Leber ihre Fähigkeit verliert, giftige Substanzen abzubauen. Gleichzeitig benötigen ältere Menschen wesentlich mehr Medikamente. Experten sind sich einig: Die Kombination von Alkohol und Medikamenten führt im Alter häufig zu schädlichen Nebenwirkungen und zu erheblich mehr Arzneimittelvergiftungen.

Dennoch ist der Anteil der über 65-jährigen Patienten in ambulanten und stationären Suchteinrichtungen verschwindend gering. Denn Alkoholismus im Alter wird oft übersehen oder gar verharmlost. Etwa weil man den älteren Menschen ihr Glas Schnaps oder Wein nicht missgönnen will oder weil es sich angeblich nicht mehr lohnt, etwas zu unternehmen. Dazu kommt, dass Ältere oft allein leben und die Abhängigkeit so weniger auffällt.

Hohe Dunkelziffer:

. In Pflege- und Altenheimen ist der Anteil suchtkranker Menschen besonders hoch. Nach Schätzungen von Experten hatte im Jahr 2007 jeder fünfte Heimbewohner Alkoholprobleme. Fachleute halten es für möglich, dass dies noch viel mehr sein könnten. Verlässliche Daten fehlen jedoch bislang.

 

Quelltext: ZDF von Lisa Borgemeister (175)

 

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