Erinnern sie sich an den Ankauf der Draken

Vor über 18 Jahren  am Mittwoch den 16.September 1987 , um 16.00 Uhr, brachten die Salzburger Nachrichten eine Extraausgabe mit der Headline  unter das Volk „Langes warten auf den Draken -  288 Starts und Landungen  geplant“

 

Um die Salzburger Bevölkerung auf den Draken vorzubereiten  wurde auf Seite 1 folgendes berichtet:  Lärmgutachten über die Auswirkungen des Draken auf Salzburg  und dann war zu lesen 105 Dezibel über den  Kindergärten, 40 Mill. S für Lärmschutzfenster –Flug über verbautes Gebiet. 90 Dezibel über die Altstadt. Die SN berichten weiter: Ein Ausweichen der Flugzeuge über unverbautes Gebiet ist nicht möglich. Dämme entlang der Flugpisten zum Lärmschutz sind technisch nicht zu realisieren und wären auch von geringen Nutzen. Bis zu 105 Dezibel betrüge die Lärmbelastung in bestimmten Stadtteilen bei jeder Drakenbewegung. In diesem Bereich befinden sich Kindergärten , Schulen und Spielplätze

Um noch auf Seite 1 zu bleiben,  wo es weiter heißt: Ab November kommen die ersten Draken nach Österreich und damit auch nach Salzburg. Der Saab Draken wird von Kritikern als fliegender Müll bezeichnet. Anhänger des Fluggerätes sind jedoch davon überzeugt, dass die schwedischen Kampfflugzeuge für Österreich geeignet sind. 

Auf Seite 2 dieser Extraausgabe vom 16. September 1987 kommen neben Lärmgutachtern auch salzburger Bürger zu Wort. Unter der Überschrift Aus vielerlei Gründen gegen den Draken eröffnet  Walter Windischbauer aus dem KP Lager den Reigen. Er fordert Solidarität auch mit Linz und Graz. In ganz Österreich soll es keinen Draken geben. Der Lärmgutachter Bert Meyer ließ am Draken kein gutes Haar. Im Ernstfall sei er nicht zu gebrauchen, Michael Schaffer vom Milizverband sprach sich gegen den Abfangjäger aus. Allerdings aus militärischen Gründen. BL. Kandidatin Elisabeth Moser kritisierte die verschleierte Wortwahl im Zusammenhang mit Kriegsgeräten. Berthold Gubi, seit zwei Monaten Soldat, vernahm von Wehrpflichtigen noch keinen Draken -Wunsch . Handwerksmeister Grüber ,ehemaliger Frontsoldat , bezeichnete den Draken als zu langsam und zu schlecht bewaffnet.

Uns so reagierte die Politprominenz:

Bürgermeister Josef Reschen  (SPÖ)

Der Draken kommt überhaupt nicht nach Salzburg ....keine Starts von der Stoppfläche aus  ohne Lärmschutz und Lärmschutzbauten ,nur mit Zustimmung der Betroffenen.

Sigune Neureiter (ÖVP)

..der Draken kommt überhaupt nicht nach Salzburg .Die schleichende Erweiterung des Flughafens muß gestoppt werden.

Eckehart Ziesel (BL)

..niemals darf es eine Draken-Landung in Salzburg geben.....der Lärmschutz für Flughafenanrainer darf sich nicht auf geschlossene Fenster beschränken.

Erich Marx  (FPÖ)

Die Flughafenanrainer darf niemand verunsichern...sollte sich die Nordschneise als brauchbar erweisen, darf sich Salzburg in der Landesverteidigung dem Draken nicht verwehren.

Chronologie des Draken-Ankaufes

1981: Bundeskanzler Bruno Kreisky spricht sich gegen den Ankauf von Abfangjägern aus. Zweckmäßig, aber nicht notwendig, lautet sein Kommentar.

Der außenpolitische Sprecher der ÖVP Ludwig Steiner, spricht  von einer falschen Entscheidung .Die FPÖ will 12 statt 24 Flugzeuge kaufen

1982: Finanzminister Herbert Salcher .“Geld für Abfangjäger ist nicht vorhanden“

1983: Der neue Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager fordert den Kauf von Abfangjägern.

1984: Kanzler Fred Sinowatz stimmt Abfangjägern unter Bedingungen zu. Auch Bundesspräsident  Kirchschläger ist dafür.

1985: Der Ministerrat beschließt den Kauf von 24 Draken zum reinen Kaufpreis von 2.7. Mill. Schilling.

Die Parallelen  von 1987 und  der Absicht der jetzigen  Regierung 24 Abfangjäger zu kaufen sind nicht zu übersehen. Die rückblickende Beurteilung des obigen Berichtes läßt den Schluß zu, dass die Einbeziehung der Medien in den Meinungsbildungprozes ein nur bedingt daugliches Mittel darstellt. Auch Aussagen vom Politikern sollten auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden.

In Abwägung aller Für und Wider muß daher jeder Einzelne schlußendlich selbst entscheiden , ob solche Investionen sinnvoll und auch notwendig sind.

.Autor: Franz Hofmann