Einsamkeit

Ca. 20.% der Österreicher fühlen sich einsam. Die Folgen sind Depressionen, Lebensangst und Langeweile. Schon amerikanische Forscher haben festgestellt, dass Einsamkeit mehr Gesundheitsprobleme verursacht und die Lebenserwartung verringert. Im Vordergrund stehen meist Veränderungen im Lebensabschnitt wie Scheidung oder der Tod des Lebenspartners.

Einsamkeit und Trauer sind zwei Faktoren die sich ergänzen und oft endet Einsamkeit in Alkohol und Drogensucht. Die 22. Goldegger Dialoge beschäftigen sich nun mit diesem Thema. Da Einsamkeit ein ganz großes Problem für ältere Menschen darstellt, möchte ich den Gästen meiner Seniorenseite die dort getätigten Aussagen nicht vorenthalten. Fr.Hofmann


Wege aus der Einsamkeitsfalle

Burgstaller bei der Eröffnung der 22. Goldegger Dialoge / Nordic Walking gegen das "Eisenbahnphänomen"
18.06.2003

Gesunder Egoismus ist wichtig, weil man nicht überall Ja sagen, aber in Wahrheit Nein meinen kann. Übersteigerter Egoismus macht hingegen krank. Die Folgen können Einsamkeit und Vereinsamung sein. „Das Hauptrisiko für Egoisten ist die Einsamkeit. Und Einsamkeit macht krank", sagt Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 19. Juni, anlässlich der Eröffnung der 22. Goldegger Dialoge, die sich heuer ganz dem Thema „Egoismus" widmen. Zahlreiche Studien belegen, dass unfreiwillig einsame Menschen ein größeres Erkrankungsrisiko haben, so die Gesundheitsreferentin. Männer nach einer Scheidung haben beispielsweise in den zehn Jahren nach der formalen Trennung eine um 30 Prozent erhöhte Sterberate als verheiratete oder in einer Partnerschaft lebende Männer.

Einsame Menschen „tarnen" sich gut. Im Alltagsleben wird oft vom „Eisenbahnphänomen" gesprochen: Sie haben im Zug eine lange Strecke vor sich. Sie haben es sich mit einem guten Buch gemütlich gemacht und darauf eingestellt, in Ruhe zu lesen, ab und zu aus dem Fenster zu sehen und ein bisschen zu träumen. Dann ist es passiert: Ein Mensch betritt das Abteil, setzt sich hin und fragt Sie harmlos nach der Uhrzeit. Sie geben freundlich Auskunft. Aber von nun an ist kein Halten mehr, der Mann oder die Frau erzählt Ihnen ungewollt die gesamte Lebensgeschichte - samt allen Details über den strengen Vater, die überbehütende Mutter, den ungeratenen Sohn, die kontaktscheue Tochter, den Wohnungsbrand und schlimme Krankheiten. Sie nicken immer wieder mit dem Kopf und denken sich "Wann hört das endlich auf - ich will doch nur lesen?!".

Der Mensch hört aber erst auf, als Sie erleichtert den Zug verlassen und schnell davoneilen. Sonst könnte es womöglich im Stadtbus noch weiter gehen. Als Sie dann erschöpft irgendwo Rast machen, geht Ihnen durch den Kopf: „Was war mit diesem Menschen eigentlich los. Redet ohne Punkt und Komma mit mir – einem Wildfremden?" Dann haben Sie das Eisenbahnphänomen kennen gelernt.

Einsame Menschen suchen Gelegenheiten, irgendeinem Gegenüber ihre Geschichten zu erzählen, weil ihnen sonst niemand zuhört. Den Einsamen geht es dann besser und sie denken schon daran, wie sie ihr nächstes „Opfer" und damit das nächste geduldige Ohr finden. Einsamkeit kann sich also im gesellschaftlichen Rückzug oder – im anderen Extrem – dem „Eisenbahnphänomen" äußern. Beide Formen haben eines gemeinsam: Der Zurückgezogene wird so nie Freunde finden, der Eisenbahnschwätzer ebenso nicht.

Welche Wege führen dann aus der Einsamkeit? „Der einfachste Ratschlag ist: Finden Sie Gelegenheiten andere Menschen zu treffen, sei es beim Nordic Walking oder sonst in einem Sportverein, in der Volkshochschule oder im Schwimmbad", sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller. Gerade das Land Salzburg unterstützt seit Jahrzehnten das Vereins- und Gesellschaftsleben in Stadt und Land. Für fast jeden Geschmack gibt es ein Angebot. Und: Wer Sport betreibt, bleibt gesund und tut das oft unter Gleichgesinnten. Das ist ein Weg aus der Einsamkeitsfalle! „Sozialkontakte tragen wesentlich zum Wohlfühlen bei. Das schützt vor Krankheiten und ist auch wissenschaftlich eindeutig belegt", so Burgstaller. Es gibt viele, aktive Wege aus der Einsamkeitsfalle. Mehr Lebensfreude ist die Folge. H116-11F

Quelltext: Pressestelle Sbg.LRG.
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