kohl als heilmittel


 

 

Kohl als Heilmittel


Kohl ist nicht nur Lebensmittel, sondern kann auch als äußerliches Heilmittel eingesetzt werden. Gerade bei Wunden, die schlecht heilen, ist eine Wundbehandlung mit Kohlblättern erfolgversprechend. Auch gegen Rheuma und andere Gelenkbeschwerden kann Kohl eingesetzt werden. Am besten dazu geeignet ist der Wirsing. Ein altes Hausmittel besagt: Das Wirsingblatt mit seinem ganzen Stiel vom Kopf abschneiden. Auf einem Brett mit dem Nudelholz so lange walken, bis die Blattzellen aufgebrochen sind und der Kohlsaft auf dem Blatt steht. Das gewalkte Blatt auf das befallene Gelenk legen und mit einem Verband anwickeln. Darüber kommt dann eine Plastikfolie, damit das Gelenk warm wird und schwitzt. Das Ganze etwa acht Stunden pro Tag wirken lassen. Glaubt man den Erfahrungen, wirkt das besser gegen Gelenkschmerzen als Pillen und Spritzen.

Die wohl bekannteste Variante des Kohls ist Sauerkraut. Es wird aus Weißkohl oder Spitzkohl hergestellt. Kenner schwören auf das Kraut aus dem selteneren Spitzkohl - es soll am schmackhaftesten sein. Dazu wird der Kohl fein geschnitten, gestampft und mit Milchsäurebakterien versetzt. Dann bleibt er einige Wochen weitgehend unter Luftabschluss stehen - und fertig ist das Kraut. Durch die Milchsäuregärung wird es extrem haltbar. Durch die "kalte Verarbeitung" bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten.
Lange Zeit war Sauerkraut das Mittel zur Vorbeugung von Skorbut. Das ist eine Erkrankung, die durch Vitamin-C-Mangel hervorgerufen wird. Sauerkraut enthält außerordentlich viel Vitamin C. Und bis in die Neuzeit war der Winter eine Zeit, in der viele Menschen an Vitamin-C-Mangel litten. Denn zu der Zeit gab es weder Zitrusfrüchte, Tiefkühlkost oder gar Vitamin-C-Präparate. Was damals galt, gilt auch noch heute. Wer reichlich saures Kraut isst, beugt einem Vitaminmangel vor.


Kohl gegen Krebs

Es sind nicht nur die Vitamine, die den Kohl gesund machen. Viel Gutes schreibt man auch den so genannten "sekundären Pflanzenstoffen" zu. Das sind Substanzen, die die Pflanzen bilden, um sich vor "äußeren Gefahren" zu schützen. Gefahr droht vor allem durch sichtbare und unsichtbare Schädlinge: durch Insekten, Bakterien, Pilze oder Viren. Deshalb haben sich im Laufe der Evolution diejenigen Pflanzen durchsetzen können, die den besten Schutz entwickeln konnten. Und schon die alten Römer haben erkannt, dass das, was für die Pflanzen so wichtig ist, auch für den Menschen gut sein kann.
Die "sekundären Pflanzenstoffe" haben ein besonders großes Präventionspotenzial. Hunderte von Substanzen wirken dabei zusammen. Die roten und gelben Pflanzenfarbstoffe (Carotinoide) wirken antioxidativ: Sie verhindern, dass aggressive Sauerstoffmoleküle entstehen, die Krebs auslösen können. Auch die in Kohl enthaltene Glucosinolate bremsen die Tumorbildung. In grünen und gelben Gemüsearten ist so genanntes Quercetin enthalten, das in hoher Dosis das Wachstum bereits entstandener Krebszellen hemmt.

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