" Das andere Zypern"

Für österreichische Reiseanbieter besteht Zypern nur aus dem südlichen bzw. griechischen Teil. In ihren Reiseprospekten und Katalogen werden nur Flüge angeboten, die im klassischen Süden Larnaca oder Paphos zum Ziel haben. Die Gründe sind politischer Natur und können hier nicht erwähnt werden.Die Ferieninsel Zypern besteht auch aus einen nördlichen bezw. türkischen Teil. Vorurteilsfrei kann behauptet werden, dass hier die Natur in ihrer Schöpfungslaune einer der schönsten Gegenden der Insel geschaffen hat. Dort begleitet nicht der Mythos der Aphrodite, die nicht ganz zufällig dem zyprischen Meer entstiegen ist,den Urlauber. Das Gesicht Nordzyperns ist beeinflusst durch unterschiedliche Kulturen die im laufe der Jahrhunderte die Insel immer wieder verändert haben.
Nicht nur im Süden sondern auch im Norden der Sonneninsel ist das Paradies noch nicht verloren. Menschen die nicht ständig nach neuen Aktions und Abenteuer streben, sondern sich neben Strand , Meer und Sonne auch Erhohlung, Ruhe, komfortable Hotels mit freundlichen Service wünschen, sollten bei der Planung ihrer Urlaubsreise Nordzypern in ihre Überlegungen einbeziehen.
Kyrenia (Girne) ist wohl Zyperns schönste Stadt dessen Charme man schon beim ersten Anblick verfallen ist. Das malerische Städtchen mit ca. 8000 Einwohnern liegt an einer romantischen hufeisenförmigen Hafenbucht. Mit seiner mittelalterlichen Festungsanlage und den Gebirgszug im Hintergrund umgibt die Stadt eine traumhaft schöne Kulisse.

Kyrenia

Sechs Kilometer östlich von Kyrenia liegt am Nordhang der Kyrenia-Berge die ehemalige Abtei Bellapais. Das gotische Bauwerk ist das bedeutenste im ganzen Mittelmeerraum. Der Originalbau wurde zwischen 1198-1205 von Augustiner Mönchen errichtet die 1187 von Jerusalem flüchteten. Von 1230 bis 1340 wurde die prachtvolle Anlage erweitert. In Bellapais wirkten Mönche aus vielen Nationen über einen Zeitraum von rund 350 Jahren. Erst im späten 16. Jahrhundert wurde die Abtei aufgegeben. Man sollte sich für diesen Ausflug genügend Zeit nehmen um das Juwel gotischer Klosterarchitektur am Hochplateau nahe der Küste bewundern zu können. ( Eintritt Euro 2.20) " Buffavento" Einige Kilometer weiter östlich von Bellapais- Abby, dort wo die Strasse westlich des Fünffingerberges nach Degirmenik und zum Flughafen führt, liegt auf einen 954m Gipfel die Ruine der Burg Buffavento. Neben St.Hilarion und Kantara die höchste der drei Burgen die im 10. Jahrhundert von den Byzantinern zum Schutz vor arabischen Überfällen errichtet wurde. In der wechselvollen Geschichte der Insel unter fränkischer Herrschaft diente die Burg auch als Gefängnis. Die Burg wurde im 15. Jahrhundert von den Venetianern zerstört. Zur Ruine führt eine ca.7 Kilometerlange Schotterstrasse, die auf einen kleinen Parkplatz mit einem Olivenbaum endet. Von dort führt ein Fusspfad auf die dem Wind trotzende Burg. Gehzeit ca.1/2 Stunde. Wer Buffavento in sein Besichtigungsprogramm einbindet sollte festes Schuhwerk mitbringen. Ausserdem ist die Schotterstrasse in einem Zustand der das Befahren nur mit einem Geländefahrzeug ratsam erscheinen lässt. ( kein Eintritt ) " St. Hilarion" Die fast genau oberhalb der Stadt Kyrenia auf einem 732 m hohen Gipfel gelegene Burgruine St. Hilarion wurde im 8. Jahrhundert als Kloster errichtet. Genannt nach einen Heiligen der gemäss einer Legende, hier die letzten Lebensjahre verbrachte. Im 10. Jahrhundert wurde das Kloster von den Byzantinern in eine Festungsanlage umgebaut und diente wie Buffawento, als Frühwarnsystem gegen Arabische Invasoren. Im Mittelalter war es die Sommerresidenz der Luisianer. Mit der Herrschaft der Venetianer war auch das Ende der Burg gekommen.Sie wurde teilweise geschleift. St. Hilarion ist mit dem Auto leicht erreichbar. Auf der Autobahn Kyrenia - Nicosia biegt man in der Nähe der Passhöhe nach Westen ab. Entfernung von Kyrenia ca. 15 km. Die Eintrittskarte kostet ca.Euro 2.20 " Nicosia" Die geteilte Hauptstadt Zyperns ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der Insel. Nach 1974 erlebte der nördliche bezw. türkische Teil von Nikosia einen bedeutenden Aufschwung, konnte sich aber einen gewissen Hauch des Orient's bewahren. So dass sich ein Besuch der Stadt lohnt. Keinesfalls versäumen sollte man den Blick von der Dachterasse des Savay- Hotels über die Dächer der Altstadt. Im Zentrum der Altstadt liegt die einstige Krönungskathetrale der Könige von Zypern die St. Sophien Kathetrale die zwischen 1209 und 1326 im gotischen Stil Frankreichs entstand. Nach der Osmanischen Machtübernahme 1571 wurde sie in eine Moschee umgewandelt.Seit 1945 trägt sie den Namen von Sultan Selim II der 1570 den Befehl zur Eroberung Zyperns gab. Eines der imposanten Bauwerke von Nicosia ist die mit der Machtergreifung durch die Venetianer errichtete kreisförmige Befestigung von 4.8 km Länge mit elf Bastionen und drei Toren.Bevor man Nicosia verlässt , noch ein letzter Blick auf die Karawanserei, den Quartieren an den Überlandstrassen die ein eindruckvolles Beispiel osmanischer Architektur darstellen. " Famagusta" Die an der Ostküste Zyperns gelegene Hafenstadt mit ihren mächtigen Ruinen der alten Festungsanlage und der allgegenwärtigen Ruinen von Palästen und Kathetralen macht auf den Besucher einen unvergesslichen Eindruck. Hier residierten einst die Konsuls von Venedig, Pisa, Genua, Ancona und Barcelona Jeder wollte den anderen im Prunk übertreffen..Der märchenhafte Reichtum führte dazu, dass zu jener Zeit Famagusta mit seinen 365 Gotteshäusern zu den reichsten Städten des Mittelmeerraumes zählte.Blickt man heute von der Zitadelle am Hafen landeinwärts, dann überragt einer der seit 1571 wenigen erhaltenen Bauten die Königskathetrale St. Nicolaus . Sie ist einzigartig unter den Kathedralen im gotischen Stil in der früher die Könige von Jerusalem gekrönt wurden. Nach der osmanischen Eroberung 1571 wurde sie mit dem Anbau eines Minarett und der Ausstattung des Inneren mit einer Mihras in die Lala Mostafa Pasche Moschee umbenannt. Viele andere Kirchen dienen heute als Garage oder Unterstände für Schafe usw. Die Zitadelle mit vier Rundtürmen wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Auf einen der Türme am sogenannten Othello Turm soll Shakespeare seinen Othello geschrieben haben. Famagusta erreicht man auf der Autobahn von Nicosia aus nach 65 km. " Salamis" In Sichtweite von Famagusta an einer langgezogenen Bucht hat man durch Ausgrabungen dem Sand die beeindruckenden Efekte einer antiken Grossstadt entrissen. Die Stadt soll vom Troja - Kämpfer Teukros um 1184 vor Chr. gegründet worden sein. Der heute sichtbare Teil dieser grossartigen Anlage mit Theater, römischer Badeanlage, Basilika, Heizungsanlage, Gymnasium und römischer Villa stammt überwiegend aus der römischen Zeit. Hauptsächlich aus der Wiederaufbauphase nach dem Erdbeben des 4. Jahrhundert n. Chr./ - Eintritt Euro 2.20
Autor: Franz Hofmann

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